Offener Brief an die GAL Hamburg

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Bericht von der Mahnwache am 31.10.

Offener Brief zum Thema Altspülfeld Kirchsteinbek an den

Landesvorstand der GAL-Hamburg und die Senatorin Frau  Hajduk

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Glaubwürdigkeit der GAL wurde durch die Ereignisse um die Genehmigung des Monsterkraftwerkes Moorburg und durch das Einknicken bezüglich der Elbvertiefung stark erschüttert. Uns ist jedoch klar, dass Ihnen diese Suppe mit Moorburg vor allen Dingen von Ihrem jetzigen Koalitionspartner eingebrockt wurde, indem dieser vor der Wahl Fakten geschaffen hat. Sie als GAL sind jetzt aber gerade dabei zusammen mit Ihrem Koalitionspartner Fakten für das Altspülfeld Kirchsteinbek zu schaffen, wenn Sie sich nicht umgehend auf die folgende Passage in ihrem Koalitionsvertrag besinnen:

 

Die Koalitionspartner stimmen darüber ein, dass zum Themenkomplex Baggergutunterbringung auf der Fläche des Altspülfeldes Kirchsteinbek mögliche Alternativen ergebnisoffen geprüft werden.

 

 

Die HPA plant für den November dieses Jahres 95 Bohrungen mit schwerem Gerät auf dem Altspülfeld Kirchsteinbek (Fläche 42 ha), um die Belastbarkeit des Untergrundes zu untersuchen. Dieses bedeutet, die Bohrungen werden in einem Abstand von ca. 50 m durchgeführt. Hierbei müssen 4 ha Baumbestand geopfert werden, die in einem Landschaftsschutzgebiet liegen. Auf dem Gelände haben sich in den letzten 30 Jahren wertvolle Biotope gebildet, welche durch die Baumfällungen völlige zerstört werden. Viele bedrohte Tierarten von Fledermäusen, speziellen Amphibienarten bis hin zu bedrohten Vogelarten haben hier einen neuen Lebensraum gefunden. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang das Vorkommen des Wachtelkönigs auf dieser Fläche, der unter dem besonderen Schutz der  Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG)  steht. Dieses ist im Brutvogel Atlas Hamburg dokumentiert.

 

Mit dem Eingriff, der von der Behörde Ihrer Senatorin Hajduk genehmigt wurde, werden demnach Fakten geschaffen, die demnächst,  wenn die neue Schlickdeponie Kirchsteinbek Realität geworden ist, nicht nur Tiere sondern auch Menschen betreffen wird. Ein sozial und ökologisch  benachteiligter Stadtteil wie Billstedt erhält ein weiteres Geschenk von der Stadt Hamburg. Billstedter Bürger dürfen dann 20 Jahre in unmittelbarer Nähe einer Schlickdeponie leben, damit die Stadt Hamburg die Lösung ihres Hafenschlick-Problems um 20 Jahre vertagen kann. Billstedt erhält mit dieser Deponie die einzige Schlickdeponie Hamburgs, die in unmittelbarer Nähe eines dicht besiedelten Wohngebietes liegt. Bei der Politik herrscht die Meinung vor, die Bevölkerung Billstedts würde sich ein weiteres Naherholungsgebiet wünschen, welches dann nach ca. 20 Jahren zur Verfügung stehen würde. Wir können Ihnen versichern: Dem ist nicht so.

 

Wenn die GAL einen Teil Ihrer Glaubwürdigkeit zurück erlangen will, dann sollten Sie sich umgehend dafür einsetzen, dass hier keine Fakten geschaffen werden, bevor nicht eine ernsthafte Überprüfung aller Alternativen zur Baggergutunterbringung und -verringerung stattgefunden hat. Dies erfordert einen umgehenden Stopp der Bohrungen auf dem Altspülfeld.

 

Dann wird Billstedt kein zweites Moorburg.

 

Sie sind herzlich eingeladen an unserer Mahnwache am Altspülfeld Kirchsteinbek am 31.10.2008 um 18:00 teilzunehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Arbeitskreis „Kein Schlick in Billstedt“

 

www.kein-schlick-in-billstedt.de

 

 

 

Letzte Aktualisierung ( Montag, 24. November 2008 )