Offener Brief zum Thema Altspülfeld Kirchsteinbek an den
Landesvorstand der GAL-Hamburg und die Senatorin FrauHajduk
Sehr
geehrte Damen und Herren,
die Glaubwürdigkeit der GAL wurde durch die Ereignisse um
die Genehmigung des Monsterkraftwerkes Moorburg und durch das Einknicken
bezüglich der Elbvertiefung stark erschüttert. Uns ist jedoch klar, dass Ihnen
diese Suppe mit Moorburg vor allen Dingen von Ihrem jetzigen Koalitionspartner
eingebrockt wurde, indem dieser vor der Wahl Fakten geschaffen hat. Sie als GAL
sind jetzt aber gerade dabei zusammen mit Ihrem Koalitionspartner Fakten für
das Altspülfeld Kirchsteinbek zu schaffen, wenn Sie sich nicht umgehend auf die
folgende Passage in ihrem Koalitionsvertrag besinnen:
Die
Koalitionspartner stimmen darüber ein, dass zum Themenkomplex
Baggergutunterbringung auf der Fläche des Altspülfeldes Kirchsteinbek mögliche
Alternativen ergebnisoffen geprüft werden.
Die HPA plant für den November
dieses Jahres 95 Bohrungen mit schwerem Gerät auf dem Altspülfeld Kirchsteinbek
(Fläche 42 ha), um die Belastbarkeit des Untergrundes zu untersuchen. Dieses
bedeutet, die Bohrungen werden in einem Abstand von ca. 50 m durchgeführt.
Hierbei müssen 4 ha Baumbestand geopfert werden, die in einem Landschaftsschutzgebiet
liegen. Auf dem Gelände haben sich in den letzten 30 Jahren wertvolle Biotope
gebildet, welche durch die Baumfällungen völlige zerstört werden. Viele
bedrohte Tierarten von Fledermäusen, speziellen Amphibienarten bis hin zu
bedrohten Vogelarten haben hier einen neuen Lebensraum gefunden. Besonders
erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang das Vorkommen des Wachtelkönigs auf
dieser Fläche, der unter dem besonderen Schutz derFlora-Fauna-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG)steht. Dieses ist im Brutvogel Atlas Hamburg dokumentiert.
Mit dem Eingriff, der von der Behörde Ihrer Senatorin Hajduk
genehmigt wurde, werden demnach Fakten geschaffen, die demnächst,wenn die neue Schlickdeponie Kirchsteinbek Realität
geworden ist, nicht nur Tiere sondern auch Menschen betreffen wird. Ein sozial
und ökologischbenachteiligter Stadtteil
wie Billstedt erhält ein weiteres Geschenk von der Stadt Hamburg. Billstedter
Bürger dürfen dann 20 Jahre in unmittelbarer Nähe einer Schlickdeponie leben,
damit die Stadt Hamburg die Lösung ihres Hafenschlick-Problems um 20 Jahre
vertagen kann. Billstedt erhält mit dieser Deponie die einzige Schlickdeponie
Hamburgs, die in unmittelbarer Nähe eines dicht besiedelten Wohngebietes liegt.
Bei der Politik herrscht die Meinung vor, die Bevölkerung Billstedts würde sich
ein weiteres Naherholungsgebiet wünschen, welches dann nach ca. 20 Jahren zur
Verfügung stehen würde. Wir können Ihnen versichern: Dem ist nicht so.
Wenn die GAL einen Teil Ihrer Glaubwürdigkeit zurück
erlangen will, dann sollten Sie sich umgehend dafür einsetzen, dass hier keine
Fakten geschaffen werden, bevor nicht eine ernsthafte Überprüfung aller Alternativen
zur Baggergutunterbringung und -verringerung stattgefunden hat. Dies erfordert
einen umgehenden Stopp der Bohrungen auf dem Altspülfeld.
Dann wird
Billstedt kein zweites Moorburg.
Sie sind
herzlich eingeladen an unserer Mahnwache am Altspülfeld Kirchsteinbek am
31.10.2008 um 18:00 teilzunehmen.
Die HPA (die ehemalige Behörde für Strom- und Hafenbau) plant auf dem Altspülfeld Kirchsteinbek eine Schlickdeponie
einzurichten. Auf dieser Seite gibt es Informationen rund um das
Altspülfeld Kirchsteinbek.Sie soll dazu dienen, dass sich die Bürger
Billstedts eine Meinung zu diesem Thema bilden können.