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Warum denn schon wieder Billstedt? Habend wir hier nicht
schon genug Müll?", sprudelte es nach der Präsentation aus den Billstedter
heraus. Georg Werner, Leiter der Abteilung Wassertiefen bei der HPA, erläutert
die Gründe für die Standortwahl: „Das Altspülfeld Kirchsteinbek ist das letzte
große Spülfeld in Hamburg. Aufgrund ihrer hohen Schadstoffbelastung ist die
Fläche nicht nutzbar. Sie liegt seit 20 Jahren brach. Ohne die Zwischennutzung
als Deponie rechnet sich ein Abdichten und Rekultivieren nicht. Außerdem hat
dieses Altspülfeld eine Ringsicherung und hält deshalb eine zusätzliche
Beladung aus.". Dass dieses eine „win-win-Situation" sowohl für die Stadt als auch
für den Stadtteil sein soll, können die Billstedter nicht nachvollziehen. Zwar
würde das Altspülfeld durch die Nutzung als Deponie nach dem Stand der Technik neu
abgedichtet und später begrünt werden. Doch welche Entbehrungen müssten die
Menschen vor Ort in diesen zwei Jahrzehnten über sich ergehen lassen? Von den
bis zu 120 LKWs pro Tag, die den Schlick anliefern und abladen, den möglichen
Emissionen, die das erdfeuchte Sediment verursachen könnte, und dem
Baustellenbetrieb, den die Anlieger ertragen müssten, sprachen die Experten nur
auf Nachhaken. Auch auf die Frage, warum man sich denn nicht einen anderen
Standort im Westen der Stadt, wo der Schlick anfällt, auswählen würde, waren
die Antworten nicht wirklich befriedigend. Es gäbe gar nicht mehr so viele
Altspülfelder in der Stadt (Anmerkung der Redaktion: Auf der Internetseite der
Umweltbehörde wird von 181 Altspülfeldern gesprochen). Außerdem hätten sich die
Gemeinden im Umland bereits gegen den Bau von Deponien ausgesprochen. „Wir
wollen den Müll hier auch nicht", konterte Anwohnerin Petra Naujock empört.
Denn im Gegensatz zu anderen Deponien, die mehr oder weniger allein auf weiter
Flur stehen, befindet sich die 56 Hektar große Fläche am Rand von Kirchsteinbek
und in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten. Die Aussicht auf
Ausgleichsmaßnahmen wie Rad- und Wanderweg entlang der B5 wirken dagegen mickrig.
Während sich die Lokalpolitiker vorerst darauf beschränkten,
der HPA für die rechtzeitige Beteiligung der Menschen vor Ort zu danken - denn
noch befindet sich das Projekt in einer ersten Planungsphase, danach steht ein
ordentliches Planfeststellungsverfahren an, erst dann könnte die HPA loslegen -
konnten sich die Billstedter mit der Aussicht auf einen eigenen Berg spontan nicht
anfreunden. Mit den Worten: „Das ist mal wieder typisch. Wenn die Stadt nicht
weiterweiß, muss Billstedt herhalten", verließen die Anwohner die
Veranstaltung.
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